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Fusion der Volksbanken

Fusion der Volksbanken

Mit der Zustimmung der Vertreterversammlung der Volksbank eG, Warendorf, ist die Verschmelzung mit der Volksbank im Ostmünsterland eG, Harsewinkel, beschlossen. Nachdem die Vertreterversammlung des Nachbarinstituts tags zuvor ebenfalls den Weg frei gemacht hat, wird die Bankenfusion im Altkreis Warendorf im nächsten Jahr vollzogen.
 
Am Dienstagabend stimmten die Vertreter der Volksbank eG mit über 99 Prozent dem Zusammenschluss mit der Volksbank im Ostmünsterland eG zu. Am Montagabend hatte bereits dort die Vertreterversammlung mit 81 Prozent ein ehrliches Votum zugunsten der Bankenehe abgegeben.
 
Es ist eine Nachricht über einen Vorgang, der sich sehr häufig in den vergangenen Jahren in Deutschland abgespielt hat. Betroffen sind vor allem die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken. Seit dem Jahr 1990 sank die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken von 3344 auf 915 Institute.
 
Den Konsolidierungsdruck begründen die Vorstände beider Volksbanken mit weiter steigenden Belastungen der Bankenregulierung. Diesen Aufwandspositionen stehen keine zusätzlichen Erträge gegenüber. Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) kümmern sich insbesondere um die sogenannten systemrelevanten Großbanken und nehmen zu wenig Rücksicht auf die im Vergleich gerade in Deutschland verbreiteten kleineren Volksbanken und Sparkassen mit regional ausgerichtetem Geschäftsmodell.
 
Herausforderungen gemeinsam meistern
 
Mit einer addierten Bilanzsumme von über 2 Mrd. Euro entsteht mit der Fusion der beiden Volksbanken ein genossenschaftliches Kreditinstitut, das sich gemeinsam für die Herausforderungen des Marktes und der Regulatorik gut gerüstet sieht. Beide Volksbanken stellen nun gemeinsam im April 2019 vom Betriebssystem bank21 auf das neue genossenschaftliche Betriebssystem agree21 um. Hier werden die Prozesse der zwei Banken bereits heute harmonisiert. Darüber hinaus sind beide Kreditinstitute kulturell sehr ähnlich strukturiert und verbunden. Sie gehörten bis Anfang der 70er Jahre zum Altkreis Warendorf. Viele Mitarbeiter leben und wohnen im Geschäftsgebiet der Nachbarbank und kennen sich teilweise persönlich. Außerdem haben beide Volksbanken eine ähnliche Geschäfts- und Bilanzstruktur. Hier ergaben erste Vergleiche sehr viele Gemeinsamkeiten, die für ein gutes Gelingen der Fusion sprechen.
 
Die Vorstände beider Häuser sind sich sicher, dass der Zusammenschluss für die Mitglieder und Kunden ohne größere Auswirkungen bleibt. Dennoch lassen sich im Einzelfall Umstellungen, zum Beispiel zur Vermeidung doppelter Kontonummern, nicht vermeiden. Hier werden die betroffenen Kunden frühzeitig informiert. Die Fusion wird zum 1. Januar 2019 mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister im Sommer 2019 rückwirkend wirksam. Hierzu ist im April 2019 die Genehmigung der Jahresabschlüsse für das Jahr 2018 durch die dann noch getrennten Vertreterversammlungen erforderlich. Die technische Fusion, als der Zeitpunkt ab dem dann auch operativ eine gemeinsame Volksbank entstanden ist, wird voraussichtlich im Oktober 2019 stattfinden.

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